Geschichte

Mythologie
In der griechischen Mhytologie trift man Korfu unter dem Namen Scheria an. Zu ihrem griechischen Namen Kerkyra soll sie durch die, vom Meeresgott Poseidon auf diese Insel gebrachte, Nymphe Gorgyra erhalten haben. Der Verbindung von Gott und Nymphe entsprach Phaiakas, der Urvater der Phaiaken, einem freundlichen Volk, welches unter anderem Odysseus seine Gastfreundschaft anbot.
Vorgeschichte
Bis vor 9.000 war Korfu mit dem Festland verbunden. Erst der Anstieg des Meeresspiegels lies die heutige Insel entstehen. Während des Neolithikum bewohnten Jäger und Sammler die Insel. In der Bronzezeit kam es zur erneuten Besiedelung.
Antike
Im 8. Jahrhundert v. Chr. gründeten griechische Siedler aus Eretria die erste Kolonie auf Korfu. Schnell gewann Kerkyra an Macht und Einfluss, denn die günstige Lage an der Straße von Otranto erlaubte sowohl die Kontrolle zum Zugang in den Westen als auch zu den Küsten des Adriatischen Meeres.
Im Jahr 743 v. Chr. wurden die eretrischen Kolonisten von dem Korinther Oikist Chersikrates aus ihrer Stadt vertrieben und gründeten daraufhin in Thrakien die Stadt Methone.
Kerkyra entwickelte sich schnell zu einer bedeutenden Seemacht. Schon 664 v. Chr. gelang die Befreiung von der Mutterstadt Korinth, in der vermutlich ersten großen Seeschlacht der griechischen Geschichte.
Im Jahr 380 v. Chr. stellte Korfu mit 60 Schiffen bereits die zweitgrößte griechische Flotte, nahm aber nicht am Krieg gegen die Perser teil. Im Laufe des 4. Jahrhundert v. Chr. gewannen die Korfioten auch auf dem Festland an Einfluss und besetzten mit Butrint, eine wichtige Polis der Chaonier.
Ab 300 v. Chr., der sogenannten hellenistischen Zeit, musste das Inselvolk mit aller Macht um die eigene Unabhängigkeit und Sicherheit kämpfen. Zunächst überfielen Abenteurer aus Syrakus die Insel, dann nutzten makedonische Könige sie als Stützpunkt für Angriffe auf römische Handelsschiffe und später taten die illyrischen Piraten es den Makedoniern gleich. Während der Offensive der Römer gegen die illyrische Königin Teuta wurde Korfu zur ersten Provinz Roms in Griechenland und später Teil der Provinz Macedonia.
Am dem 3. Jahrhundert hielt das Christentum mit Jason und Sosipater Einzug auf Korfu.
Mittelalter
Ab 395 gehörte Korfu zum Oströmischen Reich, wurde jedoch zwischenzeitlich von den Sarazenen und im 11. Jahrhundert vom Normannen-Herzog Robert Guiscard erobert. Während es vierten Kreuzzuges geriet die Insel dann 1204 in den Besitz des Despoten von Epirus und wurde 1258 an Manfred von Sizilien als Mitgift für Helena von Epirus abgegeben. Unter Manfred wurden viele Lehen an fränkische Adlige vergeben und nach dessen Tod ergriff Garnier de Aleman die Macht auf Korfu. Aus Angst vor Epirus schloss Garnier sich dem König von Neapel, Karl von Anjou, an und erkannte diesen als seinen Lehnsherrn an. Karl ernannte Garnier daraufhin zum Gouvernour von Kreta.
Unter angevinischen Herrschaft hielt das Feudalsystem aus Westeuropa Einzug auf Korfu. 1272 gehört Krofu zur gleichen Verwaltungseinheit wie die albanische Burg Buthroton, gelangte dann unter die Halterschaft der Tocci und ging um 1350 an Venedig.
Während des gesamten Mittelalters kam es zu einer Verschmelzung zwischen den einheimischen griechisch-orthodoxen Traditionen und den Bräuchen der Feudalherren aus dem Westen. So entstand eine ganz eigene Kultur.
Neuzeit
Der Krieg gehen die Türken
Ab dem 16. Jahrhundert wurde die Geschichte Korfus vom Krieg gegen die Türken geprägt. Bis ins 18. Jahrhundert kam es zu Plünderungen der Insel doch die Festung Angelókastro konnte nie gestürmt werden. 1716 konnte die venezianische Armee von Johann Matthias die letzte osmanische Belagerung der Hauptstadt beenden. In der Landwirtschaft vollzog sich während dieser Zeit ein von den Venezianern erzwungener Wandel von Weingärten zu Olivenhainen.
Unter Frankreich, Russland und Großbritannien
Nach dem Untergang der Republik Venedig fiel Korfu 1797 an Frankreichs Département Corcyre, war dann von 1998 an russisches Protektorat und ging 1814 wieder an Frankreich, nur um 1815 Teil der Republik der Ionischen Inseln zu werden, welche unter Protektorat der Briten stand.
Von Großbritannien zu Griechenland
Während der britischen Vorherrschaft von 1815 bis 1864 entwickelte sich eine moderne Infrastruktur auf der Insel. So zählt das 700km lange Straßennetz auch heute noch zu den dichtesten in ganz Griechenland, zu welchem Korfu seit dem 21. Mai 1864 gehört.
Die Weltkriege
Im ersten Weltkrieg diente Korfu von 1916 bis 1918 als Sitz der serbischen Exilregierung. In dieser Zeit wurde auch die Deklaration von Korfu, ein wichtiger Meilenstein für die Gründung des serbischen Staates, verabschiedet.
Während des zweites Weltkrieges wurde Korfu gleich drei mal schwer bombardiert. Zunächst 1941 von Italien, dann 1943 von Deutschland und schließlich 1944 von der Alliierte. Während der deutschen Besatzung wurden im Juni 1944 1.700 der 1.900 auf Korfu lebenden Juden nach Auschwitz deportiert. Nut 122 überlebten das Vernichtungslager.
Von 1960 bis heute
Dank des in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einsetzenden Massentourismus konnte der auf Korfu nach dem zweiten Weltkrieg stattfindende Verfall aufgehalten werden. 1994 fand auf Korfu das Gipfeltreffen der EU-Staaten statt auf dem unter anderem die Aufnahme Österreichs beschlossen wurde. In den 80er und 90er Jahren besuchten viele Touristen die Insel von Griechenland aus, da man die Fähre mit einem Interrailticket nutzen konnte. In der Folgezeit ist der Tourismus wieder leicht zurückgegangen.
1981 diente Korfu als Drehort für den James Bond Film In tödlicher Mission. Gedreht wurde in der Altstadt und der Festung von Korfu-Stadt, dem Kloster Vlacherna bei der Mäuseinsel,dem Achilleion und der Bucht von Kalami.
Fotos von historischen Plätzen
So ähnlich muss der Norden der Insel auch schon in der Antike ausgesehen haben.

Eine alte venezianische Werft in Gouvia

Heute sehen die Boote um und auf Korfu eher so aus, wie diese Exemplare aus Lefkimi.

Der heutige Hafen von Gouvia ist ein deutlicher Kontrast zur historischen Werft.